Black Metal aus Norwegen

Es ist bekannt, dass im kalten Norden Skandinaviens unzählige Metal-Bands zu Hause sind, aber es ist vor allem Norwegen, wo diese Musikrichtung so richtig aufblüht. Gerade Black Metal hat dort seine Wurzeln. Der Begriff war zu Beginn für Metalbands mit satanistischen Texten benutzt worden. Seit den 1990er-Jahren beschreibt er u.a. norwegischen Metal, mit heidnischen und nihilistischen Inhalten mit gutturalem Gesang, der von Schreien bis zu tiefem Gekrächze reichen kann. Im Gegensatz zu Death Metal werden nicht tiefer gestimmte E-Gitarren verwendet, außerdem überwiegen monotone Riffs. Am Schlagzeug werden Doublebass und Blastbeats verwendet. Selten werden auch Tasteninstrumente für orchestrale Momente verwendet. Diese Musikrichtung hat jedoch oft den Ruf, dass vor allem Menschen mit nationalistischer, nationalsozialistischer oder rassistischer Einstellung diesen Musikstil präferieren. Zurückzuführen ist dies vor allem auf wenige Zeitungsartikel und Interviews einiger Musiker. Verbunden werden diese auch mit kriminellen Machenschaften, wie Mord und Rechtsextremismus. In Norwegen kam es auch zu Kirchenbrandstiftungen, die mit Black Metal in Verbindung gebracht werden.

Beliebte norwegische Bands

Mayhem, Immortal, Gorgoroth, Burzum, Darkthrone, Satyricon, Ulver und Dimmu Borgir werden jedem Metal-Fan ein Begriff sein. Doch viele andere norwegische Metalbands sollten auf keiner Playliste eines Metalheads fehlen. Dazu gehören u.a Taake. In ihrem Debütalbum “Nattestid Ser Porten Vid“ ist alles vereint, was ein gutes Black Metal-Album benötigt. Eine hymnenhafte und epische Melodieführung, eine kalte Atmosphäre und ein Gesang zwischen fiesem Keifen und klarem Gesang machen dieses Album aus. Auch Kvelertak wären zu nennen. Sie vermixen allerdings Stilrichtungen wie Hardcore Punk mit Black Metal und nutzen ausschließlich norwegische Texte. Im Juni 2010 erschien das Debütalbum mit gleichnamigem Titel. Nach einer langen erfolgreichen Europatour im Jahr 2010 wurde die Band für den Sommer 2011 für diverse europäische Musikfestivals gebucht. Am 22. März 2013 erschien dann das zweite Album „Meir“. Dieses Album schaffte es nicht nur auf Platz 1 der norwegischen Albumcharts, es war auch international sehr erfolgreich und gewann einige Preise. „Nattesferd“, das dritte Album wurde im Mai 2016 veröffentlicht. Während der WorldWired-Tour 2017/2018 spielten die Norweger bei der weltweit erfolgreichen und bekannten Band Metallica als Vorband.

Erkennungszeichen und Fan-Dasein

Als Gründer und Namensgeber der Musikrichtung gilt insbesondere die Band Venom, die 1982 das Album „Black Metal“ veröffentlichte. Dies ist die Geburtsstunde einer neuen Musikrichtung und einer weltweit beliebten Subkultur. Wichtige optische Merkmale von Künstlern und Anhängern der Szene sind ausschließlich schwarze Kleidung, der sogenannte Corpse Paint, d.h. das schwarz-weiß Anmalen des Gesichtes (liebevoll auch „Panda“ genannt), das Tragen von Nieten- und Patronengürteln, Armbändern sowie Stiefeln. Viele Bands sind so erfolgreich, dass sie sich keine Jobs im Bereich Biologie mehr suchen müssen. Sie verdienen ihr Geld ausschließlich mit Konzerten, Auftritten auf Festivals wie in Wacken und den Verkäufen von CDs und Songs im Internet. Nicht zu vergessen sind auch die Einkünfte aus Fanartikeln. Wichtig und in keinem Kleiderschrank eines Metalheads wegzudenken sind Metalshirts. Diese sind für ihre Träger Ausdruck des Fan-Daseins und Erkennungszeichen zugleich. Viele Black Metal-Fans besitzen ausschließlich Metalshirts. Dies ist einfach ein Lifestyle und eine Lebenskultur, die sich über viele Jahre entwickelt hat und ihren Ursprung unter anderem in Norwegen hat.

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